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Welche Objekte sind das?
#1
Moin Leute,

habe vor einiger Zeit drei Dinge aus einem örtlichen Bach, außerhalb des Ortes, gezogen und hätte gerne eure Einschätzung um was es sich jeweils handeln könnte. Gereinigt habe ich die Objekte jeweils schon.
Beim Objekt, welches mit viel Fantasie an eine Miniaturspitzhacke erinnern habe ich die Vermutung, dass es sich um einen selbstgezimmerten Bolzen für eine Landmaschine handelt. Das Objekt, dass an einen Kreisel erinnert gibt mir bisher immer noch Rätsel auf. Ein Kreisel ist es jedenfalls nicht, dies habe ich schon getestet. Der letzte Fund ist meiner Meinung nach höchstwahrscheinlich ein alter Meißel, aber selbst nach Internetrecherche konnte ich mir das viereckige Loch in ihm nicht erklären. Vielleicht zum aufhängen an der Wand gedacht, aber da bin ich mir nicht 100% sicher. Solltet ihr Ideen haben, um was es jeweils handeln könnte und wie ihr Aussehen jeweils erklärbar ist, dann würde mir das sehr weiterhelfen. Genauso wie eine grobe Altersschätzung, wenn sich jemand bei einem Objekt dazu in der Lage fühlt, da er/sie das Objekt erkennen und anhand äußerlicher Verarbeitung in ein Jahr(zehnt) einordnen kann. Schon einmal vorab vielen Dank für alle Antworten.

Gruß,
Ursini


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#2
Aloha! 

(Achtung, Spoiler: ich kenne mich in dem folgenden Bereich überhaupt nicht aus und kenne Null Fachbegriffe)

Also ich finde, dass Bild 1-3 aussehen, wie Hammer. Das erste könnte so einer sein, mit dem man auch Nägel entfernt oder so... Und die anderen beiden sind einfach nur der Kopf, wo halt ein Griff durch gewesen ist oder so... Big Grin     
Ich hoffe, dass ich das verständlich schreiben konnte. Wenn ich Zeit habe, suche ich auch gerne noch mal Bilder dazu raus :Smile
Viele Grüße und ganz viel Spaß

wünscht euch

Pandalaa  Shy


#3
(10.05.2017, 21:58)Pandalaa schrieb: Aloha! 

(Achtung, Spoiler: ich kenne mich in dem folgenden Bereich überhaupt nicht aus und kenne Null Fachbegriffe)

Also ich finde, dass Bild 1-3 aussehen, wie Hammer. Das erste könnte so einer sein, mit dem man auch Nägel entfernt oder so... Und die anderen beiden sind einfach nur der Kopf, wo halt ein Griff durch gewesen ist oder so... Big Grin     
Ich hoffe, dass ich das verständlich schreiben konnte. Wenn ich Zeit habe, suche ich auch gerne noch mal Bilder dazu raus :Smile

Moin,

(kein Problem, jede gut gemeinte Antwort ist hilfreich.)

Du meinst wohl einen Zimmermannshammer. Ich denke eher nicht, dass es sich darum handelt, aber ich gehe dem Gedanken trotzdem mal nach und überlege mir, ob die Teile vielleicht doch in diesen Gedanken passen und nur ich zu wenig Fantasie habe. Big Grin Falls ich dich falsch verstanden habe, dann korrigiere mich ruhig.
 
Danke für den Gedanken,

Ursini
#4
Guten Abend zusammen,

Bild 1. ist nicht ganz einfach zu bestimmen. Sieht aus wie ein Enterhaken. Die frage ist nur was für einer, da es sie für viele verschiedene aufgaben gibt. Er sieht zu 80% wie ein Bootshaken aus, aber ihm fehlt dazu die Spitze oben drauf welche man zusätzlich zum Abstoßen am Ufer oder von Eisschollen verwendet. Er könnte auch aus der Landwirtschaft sein und wurde zum beladen von Anhängern mit Strohballen verwendet. Auch Transportwesen käme in Frage. LKW Fahrer benutzen sie um ihre Anhänger-Planen hoch zu schieben. Wenn er mal gereinigt ist lässt er sich bestimmt einfacher zuordnen.

Bild 2. und 3. zeigt einen handgeschmiedeten Hammermeisel wie er bereits seit beginn der Schmiedekunst existiert. Heute bekannt als Maurerhammer werden sie bereits seit Jahrtausenden meist zur Steinbearbeitung verwendet. Das rechteckige Auge ist da gar nichts ungewöhnliches und sagt aus das er vor der Industriellen Werkzeugherstellung geschmiedet wurde. Erst mit der Industrialisierung hat man begonnen bereits vorgerundete Stiele zu verwenden. Davor wurden die Stiele in der Regel erst nach dem anbringen des Hammerkopfes abgerundet. Das liegt daran das Handarbeit eben nicht so präzise war, das man den Stiel hätte vorher anfertigen können. Das Alter zu bestimmen ist da für Normalos kaum zu machen, da man eine Materialanalyse machen müsste um das alter genauer berechnen zu können. In diese Berechnung müssten dann noch die Fundortbedingungen wie Strömung, Geröll-abrieb oder Sauerstoffgehalt im Wasser und vieles mehr mit einbezogen werden. Eben alles was die Korrosion beeinflussen kann. Dein Stück ist auf jeden Fall alt und wurde ordentlich benutzt, was man an dem ausgefransten Hammerkopf sieht. Du solltest ihn mal gründlich reinigen und nachgucken ob er einen Stempel hat mit dem man die Schmiede identifizieren kann. So lässt sich der Herstellungszeitraum eingrenzen. Zum Alter kann ich dir leider nichts genaues erzählen da es diese Art Werkzeug schon seit Ewigkeiten so gibt und schon die alten Ägypter damit ihren Stein behauen haben. Da das Auge handgefeilt aussieht, tippe ich aber auf ca. 120 Jahre +/- 20Jahre. Da das Auge relativ frei von Ablagerungen ist nehme ich an das der Stielteil noch im Kopf steckte und sich dann durch Verrottung nach und nach gelöst hat. Ist vielleicht Interessant für Sammler alter Werkzeuge.

Bild 5. und 6. sind Vierkantmuttern einer Bügelschelle. Diese benutzte man früher zur Achsbefestigung an Kutschen und alten Traktoren mit starrer Hinterachse. Die Vierkantmutter war die erste Schraubenmutter und begann seinen Siegeszug als Befestigungsmaterial vor über 400 Jahren. Johannes Gutenberg hat sie im 15. Jahrhundert erstmals in seiner Druckerpresse verwendet und ab dann war sie nicht mehr aufzuhalten. Auch Heute verwendet man sie noch recht häufig und so lange Du nicht nachweisen kannst das sie von der Titanic oder Ähnlichem stammt ist es Altmetall und hat nur Schrottwert. 1 Tonne Mischschrott liegt aktuell bei ca. 130€. Also wenn man Platz zum Lagern hat loht sich auch das Sammeln von Schrott und bringt ein nettes Taschengeld ein. Hartmetalle wie Titan oder Wolframcarbid (Bohrer, Fräsköpfe und andere Span-Werkzeuge) bringen sogar bis zu 6000€ die Tonne.

Ich hoffe meine Infos sind Nachvollziehbar und helfen eventuell dabei die Rätsel zu lösen.

Ich wünsch euch schon mal ein schönes Wochenende und viele gute Funde.

Gruß Schatzmeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
#5
An Ursini: Jaaa, genau so einen Hammer meine ich Big Grin Danke.

An SchatzMeister: Mal wieder eine beeindruckende Ausführung und wirklich ziemlich interessant. Kommst du aus der "Branche" Handwerk/Industrie? Irgendwo hattest du sowas doch schonmal geschrieben oder täusche ich mich da?
Viele Grüße und ganz viel Spaß

wünscht euch

Pandalaa  Shy


#6
Moin,

an Pandalaa: Nichts zu danken, wenn dann bin ich derjenige der sich bedanken muss. Big Grin

So, und nun zu dir Schatzmeister. Ich hatte ja gehofft, dass gerade du antworten würdest, weil ich mir recht sicher war, dass du mir weiterhelfen kannst, aber dass du gleich so übertreiben musst. Big Grin Das war wirklich mehr als hilfreich, vielen vielen Dank!
Zu Objekt Nummer 1: Da ich es in der Oberpfalz gefunden habe (hätte ich besser vorher erwähnen sollen) ist ein Bootshaken wirklich sehr unwahrscheinlich. Ich persönlich denke, du hast mit deiner Theorie zu einem Strohhaken am ehesten recht, wobei ich das Ding dafür für zu kurz erachte. Für Strohballen oder andere derartige Objekte müsste der Haken schließlich recht lang sein und abgebrochen war, so wie ich das beurteilen kann, nichts. Also bin ich mir immer noch nicht 100% sicher um was es sich handelt. Aber deine Antwort hierzu war trotzdem enormst hilfreich.
Zu Objekt 2: Ich dachte erst, er würde sich um einen Meißel handeln, aber dass es ein Hammerkopf ist leuchtet wirklich gut ein, wenn man den Fund mit diesem Wissen ansieht. Ist wie damals mit der Straßenkappe, die ich im allerersten Moment für eine Mine hielt und mir erst nach einer Recherche, dass es sicher keine Mine ist und dem anschließenden Reinigen, das W auffiel. War wahrscheinlich ein Fehlguss, da das W weit verschoben war, aber trotzdem sieht man eben manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. 
Zum Alter des Objekts: Dass bei der Altersbestimmung viele Parameter eine Rolle spielen war mir bewusst. Aber dass du das Ding so genau einordnen kannst freut mich natürlich sehr. Wo nimmst du denn all dieses Fachwissen her? Aus Wikipedia hast du das mit Sicherheit nicht alles. Ich werde den Fund auf jeden Fall noch nach dem Stempel/Siegel, welches du meintest untersuchen und weiter reinigen und ihn dann noch einigen Experten in dieser Richtung zeigen, die mir vielleicht noch mehr sagen können. Wobei du ja schon wahnsinnig viel geschrieben hast.
Zu Fund 3: Das ist sehr wahrscheinlich. Ich werde das Objekt/die Objekte nochmal weiter reinigen und sehen, ob es sich wirklich darum handelt. Aber jetzt wo du mich auf die Idee gebracht hast, stimmt das ziemlich sicher, denke ich.
Noch kurz zu deinen Infos zu Altmetall und Co.: Den ganzen Schrott den ich rausziehe sammle ich schon, aber den Wert hatte ich noch nicht recherchiert. Danke! Einen abgebrochenen Bohrkopf eines Akkubohrers habe ich auch schon gefunden. Wenn ich noch mehr davon finde habe ich in 5 bis 10 Jahren ein Kilo zusammen. Big Grin
Zum Schluss nochmal vielen vielen Dank Schatzmeister, das war wirklich sehr hilfreich.

Ich halte euch alle auf den Laufenden, falls es von meiner Seite wieder etwas Neues hierzu gibt, ansonsten bin ich für alle weiteren Hinweise natürlich immer noch sehr dankbar und hier nochmal ein Bild von Fund 1 aus einer anderen Perspektive.

Ein schönes Wochenende,

Ursini


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#7
Hallo Pandalaa,
Hallo Ursini
jain... ich bin zwar nicht in der Branche tätig. Erlernte Berufe sind aber, Schreiner und Maschinenbauer. Ich bin ja  schon seit 1994 Hobby-Schatzsucher und hatte hin und wieder auch mit Historikern und Archäologen zu tun. Da Lernt man schon einiges. Eigentlich fing es schon in meiner Kindheit an, da ich aus einer texanischen Goldwäscher-Familie stamme. Da sind wir öfter zum Goldwaschen an verschiedene Fließgewässer gefahren. Zu der Zeit lag mein Focus aber mehr auf Abenteuer und Spielen, als auf Goldwaschen. Aber man schnappt doch das ein oder andere auf, wie zum Beispiel Flussströmungen zu lesen und Mineralien-Kunde. 1994 hab ich mir den ersten Metalldetektor zugelegt um Gold aufzuspüren. Und ab da kam dann die Historik und Archäologie dazu, denn ich fand wesentlich mehr historisches Metall als Gold. Dabei kommt dann auch ne menge Schrott zu tage und darum habe ich immer ein Auge auf aktuelle Schrottpreise. Ich bin jetzt auch kein wandelndes Geschichts-Lexikon. Aber ich habe ein Talent dafür, Informationen schnell und umfassend zusammenzutragen. Das liegt wohl daran das ich schon seit über 25 Jahren im Internet unterwegs bin und mich nicht nur auf Google verlasse. Google deckt nicht mal 10% der im Internet verfügbaren Informationen ab. Hilfreich ist sicher auch, das ich Amerikaner bin und meine Infos auch problemlos auf englischsprachigen Seiten herausfiltern kann, ohne einen Übersetzter zu brauchen. Dazu kommt noch das ich generell gern lese.
Zur Zeit bereite ich ein Such-Projekt mit einem befreundeten Gutsherren aus der Gegend vor, welcher mehrere Wald- und Wiesen-Grundstücke hat die seit über 500 Jahren in Familien-Besitz sind und auf denen schon mehrere Schlachten ausgetragen wurden. Alles durch die Familienchronik belegt. Da werden wohl Magnet und Detektor zum Einsatz kommen. Ich schätze das dieses Projekt dann mindestens den Sommer lang andauert, habe aber auch noch die Option es zu verlängern falls der ein oder andere Fund mehr verspricht.
Wird sicher Spannend.

Gruß Schatzmeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
#8
Moin,

das klingt alles sehr interessant Schatzmeister. Viel mehr Erfahrung als du hat wohl kaum jemand, da kann man auf deine Antworten definitiv bauen. Dir auch viel Erfolg bei deinem Großprojekt im Sommer, das bringt sicher viel historisches und interessantes zu Tage.

Gruß,

Ursini
#9
moin auch Ursini

Vielleicht hab ich hier im Forum bisher die größte Erfahrung. Aber ich hab schon einige Leute getroffen die weit mehr auf dem Kasten haben als ich. Dieses Forum ist ja noch relativ klein und unbekannt weil Magnetfischen einfach noch keine so große Lobby in Deutschland hat wie zum Beispiel Metalldetektoren. Wer weis... vielleicht gesellt sich ja auch mal der ein oder andere echte Historiker oder Archäologe dazu und trägt zu mehr Informationsfluss bei.
Ich für meinen Teil liebe diese Forum weil es sehr Neutral ist was die Menschen angeht. Egal woher du kommst oder was dein gesellschaftlicher Status ist. Hier gibt es keinen Wettkampf oder Marken-Krieg. Das ist auch das schöne an Magneten... die Marke spielt keine Rolle. Ein 300kg Magnet ist ein 300kg Magnet egal von welcher Marke er ist. Hier geht es wirklich um ein Wettkampf-freies Hobby.
Den einzigen Wettkampf den man führen könnte wäre, wer mehr Objekte findet. Aber die Qualität der Funde ist immer Glückssache und nie abhängig von einer Herstellermarke des Magneten. Und wer kein Geld dafür übrig hat baut sich eben selbst was zusammen. So ziemlich jeder hat, oder kennt jemanden mit kaputten Lautsprechern. Der Magnet von einem durchgebrannten 10 bis 18 Zoll Basslautsprecher gib nen guten Einsteiger-Magneten ab. Damit kann man erstmal ganz gut üben bis man mal bissel Knete übrig hat für einen Starken Neodym-Magneten. Wenn ich mal Zeit hab ein paar Skizzen oder Bilder zu machen dann zeig ich euch mal wie man relativ leicht die Haftkraft eines 120mm Ferrit Ringmagneten bündeln und somit verstärken kann. Eigentlich geht das bei allen Ferrit Ringmagneten aber es macht erst ab 100mm Sinn, weil darunter die Haftkraft zu gering ist um Magnetfischentauglich zu sein. Das ist auch keine Entwicklung von mir, denn das Prinzip wird im Lautsprecherbau schon ziemlich lange angewandt.

Mir ist auch noch eine Theorie zu dem Haken eingefallen. Da er ja ziemlich klein ist könnte es hinkommen. Kennst Du diese Dachbodenluken die man in die Decke einbauen kann. Wo man dann ne Treppe oder Leiter ausfahren kann. Um diese zu entriegeln und zu öffnen benutzt man auch so einen Haken an einem Stiel. Heutzutage sind diese meist aus Plastik weil sie ja keine großen Lasten aushalten müssen. Aber ich kann mich erinnern das meine Großeltern auch so eine Luke haben und deren Hakenstange hat einen Gußeisenkopf. Die Luke wurde in den 60ern eingebaut. Wenn ich mich recht entsinne dann gibt es auch Dachfenster die mit solchen Hakenstangen zu öffnen sind. Kann mir gut vorstellen das Kids so ein Teil gerne zum spielen mit raus nehmen. Und schon isses weg. Big Grin

Dann mal noch ein schönes Wochenende
Grüße vom Schatzmeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
#10
Hallo,
auch wenn es nicht ganz zum Thema passt finde ich das nebenbei angeschnittene Thema sehr interessant. Ich habe bis jetzt noch nicht darüber nachgedacht, dass magnetfischen (ganz im Gegensatz zum sondeln) ziemlich Wertungsfrei ist. Mich hat es in den zahlreichen Sondelforen immer genervt, wenn plötzlich wieder Religionskriegsähnliche Diskussionen über Markenvergleiche von wegen Garrett ist viel besser als Teknetics, Discovery, XP Deus, Fisher und wie die ganzen Metalldetektoren nicht alle heißen geführt wurden. Da ist magnetfischen viel entspannter Smile

VG
  


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