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Was könnte das sein? Lanze?
#1
Brick 
Hallo,

vielleicht könnt ihr mir helfen, ich bin mir nicht sicher, was das sein könnte.
Zuerst vermutete ich eine Art Lanzenspitze oder eine dekorative Spitze.
Nach dem ersten Säubern kam dann Holz zum Vorschein. In der Mitte ist definitiv Metall, sonst hätte ich es nicht fischen können Big Grin
Ich habe das Teil aus einem Schloss-Teich geangelt.

Danke für eure Hilfe Smile


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#2
Grüß dich mkr0,

das ist ein sehr interessantes Objekt. Man könnte es durchaus für eine Lanzenspitze halten da es auch Holz-Lanzen gab welche mit einem Metallkern in der Spitze verstärkt wurden. Die Methode einen Holzspeer an der Spitze zu verstärken nutzen schon die Neandertaler in dem sie das Holz aufspalteten und Steine oder Knochensplitter in den Spalt steckten, wo es dann meist mit einem Lederband fixiert wurde. Auch mit Entdeckung der Schmiedekunst wurde diese Technik noch bis vor wenigen Jahrhunderten angewendet, da sie sehr einfach zu produzieren sind und somit auch massen tauglich waren. Macht ja auch Sinn wenn man eine Armee ausstatten muss. Ein guter Schmied konnte an einem Tag bis zu 25 dieser einfachen Spitzen fertigen. Wohingegen eine aufwendig verzierte Speerspitze da schon Tage in Anspruch nahm. Da bekommt man mal ne Vorstellung wie lange man damals gebraucht hat um eine Armee auszurüsten.
Allerdings hallte ich es für Unwahrscheinlich das es eine Lanzenspitze ist da sie nicht Abgebrochen aussieht und sie mir auch nicht spitz genug scheint um großen Schaden anzurichten. Ich halte sie auch für zu klein, aber das kann ich ohne Größenangaben schlecht anhand der Fotos einschätzen. Auch Infos zu dem Metallkern wären von Vorteil sofern man da was sehen kann. Also wo sitzt er genau, geht er ganz durch oder ist er nur auf einer Seite erkennbar etc.?

Aber ich hab trotzdem schon die ein oder andere Idee was es sein könnte.

Theorie 1: Ein Holz-Splint mit Spreiz-Keil. Alte Ochsenkarren wurden früher durch solche Holzkeile zusammengehalten weil sie im Grunde nur aus Holzbalken zusammengesteckt und mit Splinten fixiert/gesichert wurden. Wollte man damals sichergehen das der Splint so fest wie möglich sitzt hat man noch einen Metallkeil oder Vierkant-Nagel in den Holz-Splint getrieben um ihn aufzuspreizen. Das Prinzip mit dem Keil zum fixieren kennt man auch heute noch und findet sich bei so ziemlich jedem Hammer, jeder Axt etc. mit Holzstiel wieder.

Theorie 2: Ein Werkzeuggriff. Ich vermute das es sich um den Griff einer abgebrochenen Maurerkelle oder etwas in der Art handelt. Das würde auch den Metallanteil erklären und ist wohl auch die wahrscheinlichste Lösung. Leider glaub ich nicht das man noch herausfinden kann was für ein Werkzeug es genau war. Dazu bräuchte man das abgebrochene/fehlende Teil. Aber die spitz zulaufende Form könnte auf ein Angler-, Schnitz- oder Gravier-Werkzeug hinweißen. So verwittert wie es aussieht ist es auf jeden Fall alt.

Ich hoffe meine Ansätze sind nachvollziehbar und regen zu weiteren Theorien an.

MfG SchatzMeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
#3
Hallo Schatzmeister und danke für die ausführliche Antwort Smile
Ich habe nochmal neue Bilder gemacht, jetzt wo das Gerät getrocknet ist kann man vielleicht noch etwas mehr erkennen.
Auf dem einen Bild habe ich markiert wo sich der Eisenanteil befindet, er zieht sich durch das gesamte Holz. Auffällig ist auch die Wölbung am unteren Ende, es sieht aus als hätte man dort damals eine Stange oder ähnliches durchführen können. 
Ich finde die Theorie des Ochsenkarrenkeils ziemlich passend, aber wer weiß, vielleicht bringen die neuen Bilder auch neue Erkenntnisse :-)

Auf dem schwarz/weiß Bild kann man sehr gut den Metallstift unterhalb der Spitze erkennen. Man könnte auch vermuten, dass von der Spitze aus eine Art Nagel durch den Holzkeil getrieben worden ist, das würde auch die platte Spitze erklären.

Danke für die Hilfe


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#4
Grüß dich mkr0,

bei einer Länge von fast 19cm bin ich geneigt die Theorie des Werkzeug-Griffs zu verwerfen. Da unter diesen Umständen überwiegend Werkzeuge welche beidhändig bedient werden in frage kämen. 
Was auch gegen den Holz-Splint spricht ist der Metallstift welcher komplett durch geht. Wäre es ein eingeschlagener Nagel/Keil hätte er bei der Länge das Holz auf ganzer Länge gespalten und Du hättest ihn höchstwahrscheinlich nicht in einem Stück gefunden. Also kann man davon ausgehen das der Metallstift durch das Holz gebrannt wurde oder das Holz vorher durchbohrt wurde. Und zu dieser Technik fällt mir eine Art Griff ein welche man durchaus als spannend bezeichnen könnte. Ich hab mir mal eines deiner Fotos zum Kritzeln geliehen um zu verdeutlichen um welche Art von Griff es sich handeln könnte.

   

Die Form und Länge des Griffes würden also auch zu einem hoch- oder spät-mittelalterlichem Schwert passen. Der Griff-Länge nach, möglicher weise sogar ein Langschwert. Deren Griff(Heft) hatte im Hochmittelalter(13. - 14. Jahrhundert) meist eine Länge zwischen 15-25cm und im Spätmittelalter(15. - 16. Jahrhundert) von 30-40cm. Dazu sollte man wissen das der Name "Langschwert" nicht zwingend von der Klingen-Länge abhängig ist. Es beschreibt viel mehr das es auch zweihändig zu führen ist. Wenn es sich also um einen Schwert-Griff handeln sollte dann ist er vermutlich aus dem Hochmittelalter und somit echt alt. Da er mit Holz ist würde ich daraus schließen das er keinem einfachen Soldaten gehörte, da deren Schwerter meist nur mit Leder umwickelt waren. Da solltest du dich mal genauer mit der Geschichte des Schlosses befassen. 

Und wenn es kein Schwert-Teil ist dann könnte es auch ein Türgriff aus dem Schloss sein. 

Was auch immer es ist ... ich kann dich dazu nur Beglückwünschen, da es nicht leicht einzuordnen ist und der Fantasie keine Grenzen setzt.

MfG SchatzMeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
#5
Servus nochmal,

wegen der Wölbung ist mir noch eine Idee gekommen. Ich denke nicht das bei der Wölbung etwas durch gesteckt wurde. Vielmehr glaube ich das es da nur aufgelegen hat. Ich hab das nochmal auf eines deiner Bilder übertragen.

   

 könnte sich also auch um einen Griff handeln welcher an einem rundem Objekt seitlich zu befestigen war. Wie zum Beispiel ein Griff einer Sense.

Bin echt mal gespannt ob wir da irgendwann mal dahinter kommen worum es sich handelt. Huh Big Grin


MfG SchatzMeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
#6
Deine Ideen sind auf jeden Fall schon mal Goldwert Big Grin
Hättest du eine Idee, abgesehen von diesem Forum, wo man Fragen gehen könnte was das Objekt sei?
#7
Ich würde mich zu erst mit der regionalen Geschichte befassen. Also... wie alt ist das Schloss... wer hat es wofür genutzt... gab es alte Siedlungen in der nähe etc.? Das kann man bequem online machen. Stellt sich dann zum Beispiel heraus das es römische Soldaten in deiner Gegend gab kannst du gezielter nach deren Ausrüstung suchen, ob da ähnliche Objekte zu finden sind. In einem Museum anzufragen kann zwar auch helfen, ist aber unter Umständen nicht ganz einfach. Denn Profi-Historiker sind nicht immer erfreut wenn "Laien" spannende Funde machen. Wenn du also an den Falschen kommst kannst du dir sogar ne Anzeige einhandeln. Nicht wegen dem Magnetfischen, denn das ist nicht verboten. Die Anzeige würde ehr in Richtung Zerstörung von historischen Artefakten(Raubgräberrei) gehen, weil man grundsätzlich unsachgemäßen Umgang bei der Reinigung unterstellt. Da hatte schon so mancher Schatzsucher ein böses Erwachen. Ich sag nur Sondel Benny und Barbaren-Schatz. Einfach mal Googeln. Da würde ich Antiquitäten-Händler wohl Vorziehen. Die haben meist schon vieles gesehen und/oder kennen Fachliteratur die helfen kann. Büchereien sind auch immer gute Anlaufstellen, wenn man schon eine ungefähre Vorstellung hat was für ein Objekt man gefunden hat. Viel Wissen aus alten Büchern hat es bis heute noch nicht ins Internet geschafft. Manchmal können sogar die eigenen Großeltern weiterhelfen.

MfG SchatzMeister

[Bild: wUJBIz.jpg]
  


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